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Wer ist eigentlich Jaques Vergés?
In Hollywood werden meist Actionfilme oder Thriller abgedreht in denen immer ein Held vorkommt, der gegen ein böses Syndikat vorgeht oder schlicht und ergreifend dem Zuschauer ein Guter und ein Böser gezeigt wird. Gern geht es auch um Verschwörungen, um böse Menschen die in noch böseren Organisationen dienen. Der Held deckt die dunklen Machenschaften auf und kämpft gegen das verkörperte Böse an, ob auf der Straße oder vor Gericht. Während solcher Aufdeckungen finden sich auch graue Eminenzen, Menschen im Hintergrund die die Fäden ziehen und an Macht teilhaben gegen die der Held machtlos zu sein scheint – wer erinnert sich nicht an die Rolle des Krebskandidaten in Akte X, der immer wieder Grenzen der Ermittlungen aufzeigt und nur Bote höherer Stellen ist? Nun, das eine sind Filme, Hollywoodrealitäten und das andere ist das Leben der Realität, da gibt es sowas (eigentlich) nicht.
Dass Hollywood keine eigene Realität schafft für ihre Skripte zeigen Personen wie der französische „Staranwalt“ Jacques Vergés. Der Mann könnte glatt einem Hollywoodfilm entsprungen sein und lohnt sich eines Blickes. Bereits das genaue Geburtsdatum von Vergés ist Spekulation, ein Umstand der schon nicht mehr in unsere Zeit gehört und das Mysterium noch verstärkt. Die Liste seiner Klienten liest sich als ein Auszug des Who-is-who von Terroristen und Völkermördern. 1999 hat Vergés im Auftrag des Staates Togo Amnesty International verklagt. Obwohl er nicht den Auftrag erhielt, bot er sich an Milosevic und Saddam Hussein zu verteidigen. Durch diese kuriosen Fälle und Klienten Vergés bekam er den Namen „Anwalt des Teufels“ von den Medien verliehen und dieser „Titel“ scheint auch durchaus passend.
He claims that when asked if he would have defended Hitler, he replied, “…I’d even defend Bush! But only if he agrees to plead guilty.”
Als ob dies Alles noch nicht skurril genug wäre klafft in seinem Lebenslauf noch eine Lücke, die Anlass zu vielen Spekulationen gibt. Von 1970 – 1978 verschwand Vergés von der Bildfläche und tauchte unter. Wo er sich aufhielt und für wie lange, weiß niemand und Vergés selbst schweigt sich zu dieser Zeit tapfer aus – er nennt diesen Abschnitt seines Lebens den „großen Urlaub“. Allem Anschein nach war er in internationalen Untergrundkreisen unterwegs, in arabisch islamistischen Terrorkreisen, bei Pol Pot – einem guten Freund von Ihm – oder zwischen durch mal wieder in Paris.
2007 drehte Barbet Schroeder die Dokumentation L’advocat de la terreur über Jacques Vergés Leben, die zwar keine Antworten auf so viele Fragen um Vergés gibt, aber einen Eindruck von dieser merkwürdigen Gestalt gibt.