Archive for the ‘Gedankenstreu’ Category
Heidegger und japanisches Frühstücksfernsehen
Sooo, da bin ich mal wieder. Da ich kürzlich wieder von einem Sophistentreffen wiedergekommen bin gibt es mal wieder was unterhaltsames.
Das Erste was mir empfohlen wurde ist das Heidegger Lied von Eichhorn und Pigor. War mir vorher gänzlich unbekannt, aber wirklich recht unterhaltsam. Das wäre ja noch was gewesen, wenn wir es mal noch zu Studienzeiten im Seminar angestimmt hätten.
Das Zweite ist ein schöner Clip des japanischen Frühstücksfernsehen und die japanische Interpretation westlicher Kultur.
Germany’s Next Topmodel oder Was man alles für den Ruhm macht
Tja, eigentlich wollte ich den Artikel schon am Donnerstagabend geschrieben haben, aber mir fehlte einfach die Muße bei meiner schweren Erkältung. Wie und warum ich die Sendung überhaupt ab und an gesehen habe, weiß ich selbst nicht. Falls jemand die Sendung nicht kennt: Regelmäßig sucht Heidi Klum junge Mädchen die sich für Knebelverträge in Size Zero hungern und für Geld und Ruhm alles machen.
Mit einer ordentlichen Portion junger Naivität und Selbstverliebtheit bewirbt sich da alles was sich Schön hält und keine Hemmungen hat sich – wirklich bis an den Rand der Belustigung – lächerlich zu machen. Die absolute Krönung ist die Unverschämtheit mit der einige Mädchen (ja Mädchen, das sind keine Frauen da!) als “wunderschön” präsentiert werden. Wundern muss man sich nur wie dreist Heidi und ihre “Juoren” da lügen.
Am Donnerstag wollte ich einen Luftsprung machen und mich diebisch freuen, dass man Liebling Neele gehen muss. Aber Ätschibätsch, es bleiben Alle diese Woche drin. Ich habe Neele deshalb so liebgewonnen, weil sie nicht nur arrogant ist und eine maßlos falsche Selbsteinschätzung hat, sondern weil sie auch noch eine der unansehnlichsten Mädchen der Staffel ist. Ihr grausamer Haarschnitt harmoniert auf merkwürdigeweise mit dem rest ihres verwachsenen und unproportionierten Gesichtes. Wenn man sich auch sonst über Schönheit streiten mögen könne, Neele kann allenfalls als Beispiel für die Ästhetik des Häßlichen gelten.
Umso frecher ist es, wenn die “Jury” unbeirrt behauptet, Neele wäre ein so schönes Mädchen. Da will man uns augenscheinlich ein X für ein U vormachen. Ja, überhaupt ist die gane Jury äußerst fragwürdig. Es ist gar nicht einzusehen wer in der Jury weshalb sitzt. Ich habe keine Lust die Namen von den Witzfiguren nachzusehen, aber Chucky die Mörderpuppe und Jim Knopf scheinen enge Verwandte zu sein. Heidi mimt die Supernanny mit überzogener strenge und Autorität, die ihr gar nicht zu kommt. Anscheinend soll das einen Spannungsbogen aufbauen, der fast unmöglich ist, hat man doch immer die Lebkuchenfratzen der Jury vor Augen. Die Models dürfen sich dann auf dem Laufsteg auch immer auf Kommando Kunstsückchen vollbringen und das Publikum durch ihre niedere Intelligenz und/oder Ungeschicktheit dabei unterhalten. Generell werden die Juryurteile so lange verzögert “bis einer weint”.
Aber wer mal sehen will wie niedrig junge Mädchen sinken können und sich vor zweifelhaft kompetenten Figuren lächerlich machen, der sollte mal reinschalten!
Wer ist eigentlich Jaques Vergés?
In Hollywood werden meist Actionfilme oder Thriller abgedreht in denen immer ein Held vorkommt, der gegen ein böses Syndikat vorgeht oder schlicht und ergreifend dem Zuschauer ein Guter und ein Böser gezeigt wird. Gern geht es auch um Verschwörungen, um böse Menschen die in noch böseren Organisationen dienen. Der Held deckt die dunklen Machenschaften auf und kämpft gegen das verkörperte Böse an, ob auf der Straße oder vor Gericht. Während solcher Aufdeckungen finden sich auch graue Eminenzen, Menschen im Hintergrund die die Fäden ziehen und an Macht teilhaben gegen die der Held machtlos zu sein scheint – wer erinnert sich nicht an die Rolle des Krebskandidaten in Akte X, der immer wieder Grenzen der Ermittlungen aufzeigt und nur Bote höherer Stellen ist? Nun, das eine sind Filme, Hollywoodrealitäten und das andere ist das Leben der Realität, da gibt es sowas (eigentlich) nicht.
Dass Hollywood keine eigene Realität schafft für ihre Skripte zeigen Personen wie der französische „Staranwalt“ Jacques Vergés. Der Mann könnte glatt einem Hollywoodfilm entsprungen sein und lohnt sich eines Blickes. Bereits das genaue Geburtsdatum von Vergés ist Spekulation, ein Umstand der schon nicht mehr in unsere Zeit gehört und das Mysterium noch verstärkt. Die Liste seiner Klienten liest sich als ein Auszug des Who-is-who von Terroristen und Völkermördern. 1999 hat Vergés im Auftrag des Staates Togo Amnesty International verklagt. Obwohl er nicht den Auftrag erhielt, bot er sich an Milosevic und Saddam Hussein zu verteidigen. Durch diese kuriosen Fälle und Klienten Vergés bekam er den Namen „Anwalt des Teufels“ von den Medien verliehen und dieser „Titel“ scheint auch durchaus passend.
He claims that when asked if he would have defended Hitler, he replied, “…I’d even defend Bush! But only if he agrees to plead guilty.”
Als ob dies Alles noch nicht skurril genug wäre klafft in seinem Lebenslauf noch eine Lücke, die Anlass zu vielen Spekulationen gibt. Von 1970 – 1978 verschwand Vergés von der Bildfläche und tauchte unter. Wo er sich aufhielt und für wie lange, weiß niemand und Vergés selbst schweigt sich zu dieser Zeit tapfer aus – er nennt diesen Abschnitt seines Lebens den „großen Urlaub“. Allem Anschein nach war er in internationalen Untergrundkreisen unterwegs, in arabisch islamistischen Terrorkreisen, bei Pol Pot – einem guten Freund von Ihm – oder zwischen durch mal wieder in Paris.
2007 drehte Barbet Schroeder die Dokumentation L’advocat de la terreur über Jacques Vergés Leben, die zwar keine Antworten auf so viele Fragen um Vergés gibt, aber einen Eindruck von dieser merkwürdigen Gestalt gibt.
Was heißt “genuin” denken?
Keine Sorge, ich fange noch nicht an zu heideggern. Nachdem hier schon schön über akademische Zombies und deren intellektueller Verkrüppelung vom Leder gezogen wurde, stellt sich die Frage was denn „genuines Denken“ überhaupt sein soll. Bevor ich mir hier eine hochtrabende Definition einfallen lasse (die kommt vielleicht noch) ist es schöner den Punkt mal einfach per Video zu erläutern. Durch widrige Umstände bin auf den Film Jeder für sich und Gott gegen Alle. Kaspar Hauser von Werner Herzog aufmerksam geworden. In dem Film gibt es gleich zwei überragende Szenen, die den Punkt was heißt genuin denken demonstrieren.
- Das Gespräch zwischen Kaspar Hauser und dem Professor. Kaspar soll das philosophische Lügner-Paradox lösen um seine geistigen Fähigkeiten zu testen. Kaspar denkt genuin und lässt sich erst gar nicht auf das logische Kalkül, das bloß mechanische Denken ein und schlägt eine ebenso einfache wie geniale Lösung des Paradoxes vor. Der Professor kann das nicht gelten lassen…
- Kaspar soll die Allmächtigkeit der Naturgesetze verdeutlicht werden. Mit dem Wissen der Naturgesetze herrscht der Mensch über die Natur und im bacon‘schen Sinne unterwirft der Mensch die Natur seinem Willen. Das Experiment demonstriert aber etwas ganz Anderes als die Dominanz des menschlichen Willens in der Natur…
Ich glaube die Bilder unterstreichen worüber ich hier und dem damaligen Artikel gesprochen habe, welches Denken und welcher Blick auf die Dinge im akademischen Betrieb programmatisch getilgt wird:
“Als Professor der Logik und Mathematik habe ich nicht verstehen gelernt, sondern da habe ich schließen gelernt“
In diesem Sinne…
Wie funktioniert Geld?
Der erste Post in der Kategorie beginnt mit einem Klassiker! Wer es noch nicht kennt sollte es sich nicht entgehen lassen:
10 Punkte Plan zu effizienten Ausbeutung eines Planeten mit halbintelligenten Lebensformen
Teil 1; Teil 2; Teil 3Wie ich allerdings beim einbinden der Links feststellen muss, ist eine direkte Einbindung der Videos nicht gestattet. Eigentlich ein Grund zum Boykott!
The Ascent of Money
Wer doch etwas mehr Anspruch an seine Unterhaltung bei dem Thema hat, der kann sich die englische Dokumentation “The Ascent of Money” von Niall Ferguson ansehen.
Ich selbst finde die Dokumentation ganz interessant, allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, denn Ferguson ist ein freilaufender Wirtschaftswissenschaftler der gleich die ganze Menschheitsgeschichte an das Wirtschaftssystem und das liebe Geld gekoppelt sieht.
Part 1: From Bullion to Bubbles Part 2: Bonds of War Part 3: Risky Business Part 4: Planet Finance